Internationaler Roma-Tag 2016

2016 wurde der Internationale Roma-Tag erstmals auch in Salzburg gefeiert. Anlass ist die Konferenz von Roma am 8. April 1971 in London, bei dem die Roma als Nation anerkannt wurden.

Phurdo lud zu diesem Anlass als Ko-Veranstalter zu einem Fest in die ARGEkultur ein. Neben einer Podiumsdiskussion mit namhaften Vertreter*innen der Roma-Community standen ein Vortrag, Live-Musik, Tanz und traditionelle Spezialitäten auf dem Programm.

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Phurdo-Gedenkreise nach Auschwitz vom 1. bis 3. August 2015

Eingefallenes Gesicht
erloschene Augen
kalte Lippen
Stille
ein zerrissenes Herz
ohne Atem
ohne Worte
keine Tränen.

Dieses Gedicht schrieb der Rom Santino Spinelli und es steht für die Grauen des Porajmos (Holocaust).  Zwischen 1933 und 1945 wurden bis zu einer halbe Million Menschen in Europa als „Zigeuner“ Opfer der nationalsozialistischen Rassenideologie. Ziel der Nazis war es, alle Kinder, Frauen und Männer zu vernichten, die dieser Minderheit angehörten. Auschwitz-Birkenau war das größte „Zigeunervernichtungslager“, in dem Roma und Sinti familienweise interniert waren. Am 2. August ist offizieller Roma- Gedenktag und wir, vom Verein Phurdo Salzburg, konnten dabei sein. Neben dem Beiwohnen der Gedenkfeier konnten wir uns vor Ort ein Bild von diesem schrecklichen Verbrechen gegen die Menschheit machen. Die Eindrücke, die wir gewannen sind in keinem Buch zu lesen oder in keiner Dokumentation zu sehen. Es war für uns, vom Roma-Verein, sehr wichtig vor Ort zu sein, um die Geschichte hautnah zu erleben. Es ist unabdingbar, die Geschichte zu kennen, um zu vermeiden, dass sie sich wiederholt.  Der Verein Phurdo gedenkt den Opfern in dem Bewusstsein, DASS DAS NIE WIEDER GESCHEHEN DARF! Unsere Arbeit und Aufgabe des Vereins, eine noch immer unter Diskriminierung leidende Minderheit zu vertreten, bekam durch den Aufenthalt noch einmal mehr Bedeutung und Tragweite. Wir danken dem Zukunftsfonds der Republik Österreich recht herzlich, dass er diese Reise unterstützte!

Eine aus 16 Personen bestehende Gruppe besuchte im Rahmen der Phurdo-Gedenkreise am 2. August gemeinsam das Auschwitz-Museum und nahm an der Gedenkfeier der Roma und Sinti teil. Bei der Gedenkfeier begegnete Phurdo einigen Persönlichkeiten des politischen Lebens, die der Volksgruppe angehören. Eine große Ehre war es Phurdo, Soraya Post, Abgeordnete zum Europäischen Parlament, persönlich kennen zu lernen. Roman Kwiatkowski, der Vorsitzende der Roma-Vereinigung Polens, lud nach der Gedenkfeier in seinen Garten ein, wo sich die Stimmung der Gäste wieder aufhellte und man sich die Traurigkeit von der Seele tanzen konnte.

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Photos by Verena Aziz

Phurdo-Vernetzungstour nach Innsbruck und Graz

Im Sommer 2015 hat Phurdo einige Vereinsausflüge unternommen.

Am 18. August waren wir zu Gast in der Pfarre St. Vinzenz in Graz und sprachen mit Pfarrer Pucher über seine Projekte und die Unterbringung einiger Roma-Familien mit Kindern im Pfarrgebäude. Es war sehr schön, die Familien kennen zu lernen und die Räumlichkeiten zu sehen, in denen sie leben.

Unsere Neugierde führte uns auch nach Innsbruck zum Waldhüttl. Schon seit zwei Jahren pflegen wir den Kontakt zu der Pax Christi-Gruppe um Jussuf Windischer, die dieses beeindruckende Friedensprojekt betreibt. Jussuf Windischer selbst führte uns durch Gartenanlage und Haus. Zum Abschluss waren wir zu einer Agape eingeladen. Zwei im Waldhüttl lebende Romnija servierten uns Lammfleisch, Spinat, Polenta und Kuchen. Es war so schön dort, wir wollten gar nicht mehr nach Hause fahren!

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Einladung zur Gedenkreise nach Auschwitz vom 1. bis 3. August 2015

PHURDO SALZBURG – ZENTRUM ROMA SINTI lädt seine Mitglieder und Interessierte zu einer Gedenkreise ein.

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Auschwitz-Birkenau war das größte „Zigeunervernichtungslager“, in dem Roma und Sinti familienweise interniert waren. Am 2. August gedenken wir jedes Jahr der Ermordung von Roma und Sinti im „Zigeunerlager“ des KZ Auschwitz-Birkenau. Der Befehl zur „Endlösung“ kam direkt von Heinrich Himmler und war für den 16. Mai 1944 geplant, doch wurde er durch einen Aufstand der Roma und Sinti vereitelt. Die Rebellion brachte ihnen aber nur ein paar wenige Monate mehr Lebenszeit. Am 2. August 1944 wurden 2.897 Volksgruppenangehörige (Kinder, Frauen und Männer) in der Gaskammer V in Auschwitz-Birkenau getötet. Insgesamt fanden jedoch Zigtausende Roma und Sinti im KZ Auschwitz einen qualvollen Tod. Nach der Befreiung des Konzentrationslagers waren dort nur mehr vier Angehörige der Volksgruppe am Leben.

Wir haben keine Gräber, wo wir um unsere verstorbenen Familienmitglieder trauern und weinen können. Das Bedürfnis ist sehr groß, dies gemeinsam mit anderen Roma und Sinti aus zahlreichen anderen Ländern bei einer Gedenkfeier zu tun. Aus diesem Grund veranstaltet der Verein Phurdo Salzburg eine Gedenkreise an diesen Ort. Mittlerweile ist die dritte und vierte Generation der KZ-Überlebenden herangewachsen und gedenkt in dem Bewusstsein, DASS DAS NIE WIEDER GESCHEHEN DARF!

Der Zukunftsfonds der Republik Österreich unterstützt diese Reise dankenswerterweise finanziell, weshalb nicht die gesamten Reisekosten von den Mitreisenden selbst getragen werden müssen. Je nachdem, ob noch weitere Förderungen eingehen, wird Phurdo einen Selbstbehalt zwischen 50 und 122 Euro/Person einheben. Die Reise wird in Zusammenarbeit mit dem Salzburger Busunternehmen Schwaighofer-Zöhrer durchgeführt.

Bei Interesse melden Sie sich bitte bis 31. Mai 2015 bei Nadja Lobner per Email oder telefonisch an: nadja.lobner@phurdo.org oder nadja.lobner@yahoo.de oder 0681 20908479

Nach Anmeldung informiere ich Sie über Details zur Reise.

Mit herzlichen Grüßen, Nadja Lobner (Projektkoordinatorin)

SOLISCHLAFEN IM MIRABELLPARK

In den letzten Wochen haben Menschenrechtsaktivist*innen in Salzburg gemeinsam mit dem Verein Phurdo die Initiative SOLISCHLAFEN IM MIRABELLPARK organisiert.

Der Anlass: Mitte April schlossen in Salzburg die Winternotschlafstellen und die ohnehin zu wenigen Schlafplätze für Menschen in extremer Not und Armut gingen verloren. Viele Betroffene müssen die Nächte somit im Freien verbringen, wo sie aber Wind, Wetter und Passant*innen ausgeliefert sind. Es gab bereits mehrere gewalttätige Übergriffe. Zudem werden sie von der Gemeinde immer wieder unter Brücken, aus Abbruchhäusern und anderen geschützten Stellen vertrieben, obwohl die Salzburger Kampierverordnung nur ein Nächtigen in Zelten, Wohnmobilen und Wohnwägen verbietet. Ein Zuwiderhandeln gegen die Kampierverordnung wird mit einer Geldstrafe bis zu 10.000€ bestraft, was in keinem Verhältnis zu den finanziellen Möglichkeiten der Betroffenen steht. Bei Uneinbringlichkeit kann eine Ersatzfreiheitsstrafe angeordnet werden.

Oft haben diese Menschen keine Alternative zum Überlebenskampf in Salzburg. In den Siedlungen, aus denen die Not-Reisenden kommen, herrscht eine bis zu hundertprozentige Arbeitslosigkeit. Auch im reichen Salzburg steigt die Armut. Auch für verarmte Salzburger*innen stehen viel zu wenig Notschlafstellen und leistbare Wohnungen zur Verfügung.

Aus diesem Grund ruft SOLISCHLAFEN IM MIRABELLPARK alle Menschen, die einen Gerechtigkeitssinn bewahrt haben, dazu auf, die Nacht von 30. April auf 1. Mai gemeinsam mit Betroffenen im Mirabellpark zu verbringen und damit nicht nur ihre Solidarität zu bekunden, sondern auch folgende Forderungen zu stellen:

  • Armut bekämpfen statt Arme vertreiben.

  • Mehr Notquartiere und diese auch im Sommer öffnen!

  • Leistbare Wohnungen für alle!

  • Öffentliche Finanzierung von Übergangswohnen und

  • Abschaffung der Kampierverordnung

  • Nicht-Einführung des sektorale Bettelverbotes

Die Aktion startet am Donnerstag, 30. April um 17 Uhr im Mirabellgarten zwischen Rosenhügel und Schwarzstraße. Die Teilnehmenden sind gebeten, Schlafsäcke, Isomatten, Taschenlampen, warme Getränke und warme Kleidung mitzunehmen.

ERSATZTERMIN bei Regen 30.05.2015 (selber Ort, selbe Zeit)

Weitere Auskünfte: alina.kugler@phurdo.org

Telefon: 0676 9126679